Fünf Jahre Förderung für Forschungs-Konsortium NFDI-MatWerk: Vernetzte Forschungsdateninfrastruktur für Materialwissenschaft- und Werkstofftechnik

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Um die enorme Herausforderung des Aufbaus einer gemeinsamen Nationalen Forschungsdateninfrastruktur NFDI zu gestalten, arbeiten deutschlandweit Forschungsbereiche in fachspezifischen Konsortien zusammen. Als eines von zehn Konsortien erhält NFDI-MatWerk jetzt eine fünfjährige Förderung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz GWK, für die Infrastrukturentwicklung eines gemeinsamen Material-Forschungsdatenraumes. Das von Prof. Chris Eberl vom Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM als Sprecher vertretene Konsortium besteht aus namhaften Forschungseinrichtungen, einschließlich 11 Antragstellenden und weiteren 15 assoziierten Institutionen. 

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz GWK beschloss am 2. Juli 2021 die Förderung von NFDI-MatWerk. Sie folgte damit der Empfehlung des NFDI-Expertengremiums und der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG. Die Förderung für NFDI-MatWerk geht von Oktober 2021 bis September 2026. Insgesamt hatten sich in dieser zweiten Ausschreibungsrunde für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur NFDI 18 Konsortien in einem kompetitiven Verfahren um die Förderung verschiedener wissenschaftlicher Bereiche beworben, von denen 10 zur Förderung empfohlen wurden. 

 Werkstoffe sind Grundlage unseres modernen Lebens 

Die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik hat zum Ziel, die physikalischen Mechanismen in Materialien zu charakterisieren und ressourcenschonende Hochleistungswerkstoffe mit möglichst idealen Eigenschaften für die jeweilige Anwendung zu entwickeln. Herstellungsprozesse werden dementsprechend untersucht und so gestaltet, dass Werkstoffe und daraus hergestellte Bauteile und Systeme die nötige Lebensdauer und bestmögliche Wiederverwertbarkeit haben. Hier optimieren Expertinnen und Experten von der atomaren Skala bis hin zu der Makro- oder Bauteilskala. Bearbeitungsschritte beeinflussen auf den verschiedenen Skalen die innere Materialstruktur und bestimmen damit die mechanischen und funktionellen Eigenschaften. Die Forschungsgruppen nutzen für ihre durch Experimente und Simulationen erarbeiteten Daten heute jeweils noch eigene Werkzeuge und Standards zur Datenverarbeitung und -speicherung. 

Die MatWerk-Community entwickelt eine gemeinsam nutzbare Forschungsdateninfrastruktur 

»Wir freuen uns sehr, dass NFDI-MatWerk kommt und wir bei dieser großen Aufgabe mitgestalten können: einen Materialdatenraum systematisch zu erschließen und nachhaltig sicher zugänglich zu machen«, sagt Prof. Christoph Eberl vom Fraunhofer IWM. Der angestrebte digitale Datenraum NFDI-MatWerk muss die verschiedenen hochkomplexen Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Materialdaten abbilden können und möglichst unkompliziert nutzbar sein, um Synergieeffekte entfalten zu können. Über Deutschland verteilte Daten aus den wissenschaftlichen Gruppen sollen über eine sogenannte wissensgraphbasierte Infrastruktur so angesprochen werden können, dass schnelle, komplexe Suchanfragen und Auswertungen möglich werden. Eine solche technische Errungenschaft wird auch eine hervorragende Basis für Künstliche Intelligenz der nächsten Generation im Bereich der Werkstofftechnik bieten. Als Forschungs-Community betrachten wir NFDI-MatWerk als einzigartige Chance, die zahlreichen Aktivitäten im Bereich des Forschungsdatenmanagements zu bündeln, und damit die wissenschaftliche Produktivität der Forscherinnen und Forscher zu steigern. 

Das Konsortium deckt den Großteil der MatWerk-Community Deutschlands ab 

Das vom Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM koordinierte Konsortium NFDI-MatWerk besteht aus Expertinnen und Experten des Bereichs Materialwissenschaft und Werkstofftechnik. Die antragstellenden Einrichtungen sind:  

  • Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) 
  • FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH 
  • Forschungszentrum Jülich GmbH  
  • Fraunhofer-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V.: 
    • Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM  
    • Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS 
  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  
  • Karlsruher Institut für Technologie KIT 
  • Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH 
  • RWTH Aachen  
  • Technische Universität Bergakademie Freiberg  
  • Universität des Saarlandes 

Die assoziierten Einrichtungen sind: 

  • Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 
  • Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) 
  • Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 
  • Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V. (DGM) 
  • Deutscher Verband für Materialforschung und -prüfung e.V. (DVM) 
  • Gesellschaft für Angewandte Mathematik und Mechanik e. V. (GAMM) 
  • Helmholtz-Zentrum hereon 
  • Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien – IWT 
  • Physikalisch-Technische Bundesanstalt Braunschweig und Berlin (PTB) 
  • Ruhr-Universität Bochum 
  • Technische Universität Clausthal-Zellerfeld 
  • Technische Universität Darmstadt 
  • Technische Universität Kaiserslautern 
  • Universität Paderborn 
  • Universität Stuttgart 

Über die Nationale Forschungsdateninfrastruktur 

Die nationale Forschungsdateninfrastruktur NFDI soll die Datenbestände von Wissenschaft und Forschung systematisch erschließen, nachhaltig sichern und zugänglich machen sowie national und international vernetzen. Sie wird in einem aus der Wissenschaft getriebenen Prozess als vernetzte Struktur eigeninitiativ agierender Konsortien aufgebaut werden und einen zukunftsorientierten Rahmen für das Forschungsdatenmanagement entwickeln. Bund und Länder hatten im November 2018 den Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur NFDI beschlossen und beabsichtigen, insgesamt bis zu 30 Konsortien zu fördern. Im Endausbau sollen dafür bis zu 85 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stehen.  


Five years of funding for the consortium NFDI-MatWerk: Materials Science and Engineering institutions collaborate on implementing a distributed research data infrastructure

In a collaborative effort to tackle the enormous challenge of building a common National Research Data Infrastructure NFDI, entire research areas across Germany are working together in subject-specific consortia. As one of ten consortia in the second round, NFDI-MatWerk is now receiving five years of funding for Materials Science and Engineering. The consortium consists of renowned research organizations, including 10 applicants and 15 associated partners and is represented by the speaker Prof. Dr. Chris Eberl from Fraunhofer Institute for Materials Mechanics. It focuses on the infrastructure development for a shared materials data space.  

The Gemeinsame Wissenschaftskonferenz GWK decided on July 2, 2021 to fund the NFDI-MatWerk consortia. It followed the recommendation of the expert panel and the German Research Foundation DFG. The first funding phase for NFDI-MatWerk is planned to go from October 2021 to September 2026. A total of 18 consortia applied for funding in various scientific areas in this second round for the National Research Data Infrastructure NFDI in a competitive process, 10 of which were recommended for funding.   

Materials are the basis for our modern technology 

The aim of materials science and materials engineering is to characterize the physical mechanisms in materials and to develop resource-saving high-performance materials with the most ideal properties possible for the respective application. Manufacturing processes are investigated accordingly and designed so that materials and component systems have the necessary service life and can be used in a circular economy and consuming as little resources as possible. Materials’ experts optimize from the atomistic scale to the macro or component level. Processing steps influence the internal material structure on the various scales and thus determine the mechanical and functional properties. Today, research groups still use their own tools and standards for data processing and storage for the data they generate through experiments and simulations. Therefore, sharing data and software tools is unfortunately a tedious task. 

The Materials Science and Engineering community is developing a common research data infrastructure 

„We are excited that NFDI-MatWerk can start now and that we will be able to help in this community effort: to systematically develop a materials data space and make it securely accessible in the long term,“ says Prof. Chris Eberl from Fraunhofer IWM. The envisioned digital data space infrastructure must be able to map the various highly complex interrelationships between different materials data and be as seamless to use as possible in order to enable synergy effects. Data from the scientific groups distributed across Germany and beyond should be accessible via a so-called knowledge-graph-based infrastructure. That will allow fast, complex search queries and data evaluations to find new correlations. Such a technical achievement will also provide an excellent basis for next-generation artificial intelligence in the field of materials engineering. As a research community, we see NFDI-MatWerk as a unique opportunity to bundle the numerous activities in the field of research data management, thereby increasing the scientific productivity of researchers. 

The consortium covers more than 80 percent of the MSE community  

The NFDI-MatWerk consortium, coordinated by the Fraunhofer Institute for Mechanics of Materials IWM, consists of experts from the fields of materials science and materials engineering as well as mechanics. The applicant institutions are: 

  • Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH DFKI 
  • FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH 
  • Forschungszentrum Jülich GmbH  
  • Fraunhofer-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. 
    • Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM  
    • Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS 
  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  
  • Karlsruher Institut für Technologie KIT 
  • Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, MPIE  
  • RWTH Aachen University 
  • Technische Universität Bergakademie Freiberg  
  • Universität des Saarlandes 

The associated institutions are: 

  • Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 
  • Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung  
  • Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 
  • Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V. (DGM) 
  • Deutscher Verband für Materialforschung und -prüfung e.V. (DVM) 
  • Gesellschaft für Angewandte Mathematik und Mechanik e. V. (GAMM) 
  • Helmholtz-Zentrum Geesthacht 
  • Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien – IWT 
  • Physikalisch-Technische Bundesanstalt Braunschweig und Berlin (PTB) 
  • Ruhr-Universität Bochum 
  • Technische Universität Clausthal-Zellerfeld 
  • Technische Universität Darmstadt 
  • Technische Universität Kaiserslautern 
  • Universität Paderborn 
  • Universität Stuttgart 

About the National Research Data Infrastructure  

The National Research Data Infrastructure (NFDI) has the objective to systematically index, edit, interconnect and make available the valuable stock of data from science and research. So far, these data have mostly been available in a decentralized, project-related, or temporary form. The federation and the states funds the NFDI jointly. Digital data storage is an indispensable prerequisite for treating new research issues, generating findings, and making innovations (Nationale Forschungsdateninfrastruktur NFDI). In November 2018, the federal and state governments decided to establish a National Research Data Infrastructure NFDI and intend to fund up to 30 consortia in total. In the final stage, up to 85 million euros per year are to be made available for this purpose.